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ROVO 

(BRODI - Pee-Wee-Poker - KUIC - Demley  ......und noch ein paar andere)

 sowie anschließend  DARDA - Golf - Lexi-Data

 ...und die LIGHTNING ADDING MACHINE

 

Nochmal ein ~Sprung zurück~ in das Jahr 1931:

In Leipzig ärgerte sich jemand darüber, dass beim Würfeln der Würfel ständig vom Tisch rollte und mühsam wieder gesucht werden musste. Man grübelte, tüftelte und bastelte sehr geschickt ein kleines, mechanisches Kunstwerk der Spieltechnik:

Den ROVO

Die Firmen-Geschichte kann man (wieder mal) sehr gut aufbereitet auf der Seite der E-S-G nachlesen. Es lohnt sich! (http://www.e-s-g.eu/StartseiteDeutsch.htm)

Der Nachfahre des Firmengründers, Herr Frank Röber, hat mir freundlicherweise ein paar Bilder zur Verfügung gestellt, die ich gerne zeige. Die Geräte an sich sind entweder zu den beigelegten Spielideen verwendbar, oder für jedes erdenkliche Gesellschaftsspiel, bei dem man Würfel benötigt. Oder man sammelt diese wunderschönen Würfelautomaten einfach. Schließlich sind sie auch aus einem Spiel-geschichtlichen Aspekt interessant:

Der Ur-ROVO 

noch aus Metall und daher wohl zu schwergängig.

Die Produktion

Die Produktionsstätte (Leipzig):   Dieses Bild zeigt eine Dosiermaschine zur Farbaufbringung der Augenpunkte in die Vertiefungen der ersten Würfelwalzen. Anfangs wurden diese von Hand gesetzt, dann mit diesem Dosierautomaten und später mit Bedruckungen. (Quelle: Herr Frank Röber)

Das Sortiment so um 1935 

Ein früher ROVO (nun aus Bakelit*)

* Bakelit ist ein duroplastischer Kunststoff  auf der Basis von Phenolharz, der 1905 von dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland entwickelt und nach ihm benannt wurde. Der hitzestabile Phenoplast-Werkstoff Bakelit war der erste industriell produzierte Kunststoff. Bakelit-Formteile werden durch Formpressen und Aushärten eines Phenolharz-Füllstoff-Gemisches in einer beheizten Form hergestellt.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bakelit)

 Sammelobjekte:

zu sehen hier auch das Taschenroulette Ru-Li, das Pferderennen Derby und die "Nimm - Gib"  Rovo-Variante. 

 weitere seltene Modelle

Herr Röber erforschte nochmal die letzten ungeöffneten Restbestände und fand diese ROVOs, die ausnahmslos Sondermodelle und Fehlproduktionen darstellen. Nennen wir sie mal:

"Die Rovo-Armee aus dem Untergrund"

Ein "Von links - Nach rechts Spiel"-Würfel. Bild nur zu Informationszwecken. Mit freundlicher Genehmigung des "Ersteigerers" Jakob Gloger). Das Gerät wird auch gelegentlich als Fortuna bezeichnetlinke Rolle zeigt "Bank", "von links", "nach rechts", rechte Rolle ist ein Standard 6er Würfel

Das Nürnberger Spielzeugmuseum gestattete mir mit Urheberhinweis, nachfolgendes Bildmaterial auf meiner Seite zu verwenden. Gerne zeige ich hier aus deren Sammlung: Das ROVO Drehspiel und ein weiterer Fortuna: (Quelle: virtuelles Depot Nürnberger Spielzeugmuseum)

Eine Netto-Preisliste (Export)

Preise noch in RM (Reichsmark) 

zur Info:

1 Reichsmark (1924-1936) = 3,32 Euro; was im Jahr 2000 3,97 Euro entsprach
1 Reichsmark (1937-1938) = 3,58 Euro; was im Jahr 2000 4,28 Euro entsprach

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsmark

Zeitgenössisches Prospektmaterial  

Rovolette ist so etwas wie ein Ur-Flipper, das Rovo-Drehspiel ist ein Familen-Brettspiel mit einem überrasschenden Drehmoment.

Interessante Varianten des ROVO: Der Poker-ROVO mit alternativ englischem oder französischem Blatt und der Bilder-ROVO mit den Anzeigen: Krone-Glocke-Anker-Kirsche-Apfel-Pflaume.

englische Bezeichnungen:
Rovo-dicetoys with 1 to 5 dices  -  Poker-dicetoy  -  Rovo-Fruit Game

 

 

Meine kleine Sammlung:

seltener (noch unbedruckter!) Auftrags-ROVODieses Gerät wurde eigentlich exclusiv für den Argentinischen Markt entworfen. Es sollte (bereits damals!) ein Werbeträger für einen Gertänkehersteller sein. Das Gerät wurde also noch bedruckt:
Auf der Oberseite stand:
BITTER des BASQUES
VERMOUTH L'ISARD

Auf der Geräte-Rückseite stand:
RO-BASQUES
Es sollte nicht die Bezeichnung ROVO tragen, so entstand eben RO-BASQUES.
Auf der dazugehörigen einfarbig-hellen Schachtel stand:
RO-BASQUES
Obsequio del:
BITTER DES BASQUES
PÉDÉFLOUS Y CIA.-Bs. AIRES
GUANACHE 5749


....eigentlich, da nun ein weiteres Gerät auftauchte, dessen Existenz bislang unbekannt war:
Das Firmenlogo von NIVEA entspricht der Zeit von 1935 bis etwa 1940 ....

Anmerkung: Da auch in den Produktblättern mit der Möglichkeit des Werbeaufdruckes ("Als vornehme Werbegeschenke auch mit Reklame- oder Andenkenaufdruck lieferbar") geworben wird, meist auf der Geräterückseite und/oder Geräteunterseite, ist schon davon auszugehen, dass es, insbesondere bei den 2ern und 3ern weitere bislang unentdeckte "Werbegeschenke" gab. Das bringen die Zeit und die Sammler mit Sicherheit noch an den Tag.... ;-)....(PS: Bei den "BRODI's" gab's das ja auch...s.u.....)

Kaum hab ich es geschrieben, schon tauchte im I-net ein Poker-ROVO (s.u.) auf, der einen rückseitigen Aufdruck: OLYMPIADE 1936 trägt. Auch wenn es zwischen dem ROVO und der Veranstaltung wohl keinen direkten Zusammenhang gegeben hat, nutzte man wohl die Gunst der Stunde (es gibt da viele Beispiele im Netz, die sog. "Souvenirs" ohne direkten Bezug zu diesen Olympischen-Spielen zeigen).

...weitere, sehr frühe ROVOs...und begleitet von Sonderanfertigungen 

...alter bunter 3er und ein 2er aus "neuerer" Produktion (mit Kunstoff-, statt Metall-Walzen) ...der alte 3er war für UK bestimmt und es wurden nur 100 Stück gefertigt, dazu die seltene grüne Schachtel:

Wie man weiter oben sieht, gab es den Fortuna (oder auch "Von links - Nach rechts") mit verschieden farbigen Walzen. Hier mein "Blauer" ...

...und ein Bilder-ROVO...gemarkt mit "PATENTED" und links oben mit "Made in Germany"...

...UND der POKER-ROVO...lediglich mit dem Hinweis "Foreign" (auch auf der Schachtel-Unterseite) und "Patented". Vermutlich wurde dieses Gerät nur für das Ausland gefertigt......die Kartenbilder sind einzeln steuerbar, oder zusammen mit der großen Taste......das Gehäuse aller "5er" ist gleich...

...links ein sehr alter ROVO mit vertieften Zahlen (Farbe wurde in die Vertiefungen "reingetupft", erst mit der Hand, später mit der oben gezeigten Maschine), rechts ein schöner, auch früher ROVO aus/für Großbritannien. Im Ausland findet sich auch immer die passende Bezeichnung, dass es sich bei den ROVOs um Spielgeräte im  Art Déco handelt. 

Die wirklich "ur-alten" Geräte erkennt man eben an den vertieften Zahlenfelder. Auch das Problem der leichten Brüchigkeit von Bakelit ist bei diesen Geräten nicht selten anzutreffen.

Schlimmstenfalls sieht es dann so aus.......was sich mit sehr netter Hilfe von Jakob und André und eigener Bastelei dann so entwickelt........

...nochmal der "sehr" alte 3er und ein ebenso alter 2er (mit vertieften Zahlen)

Eine schöne chronologische Abfolge: oben links ein ROVO mit der D.R.G.M. - (Deutsches Reichsgebrauchsmuster) Markierung 1234243 und zum "Deutschen Reichs Patent angemeldet", also noch vor dem erteilten Patent (mit vertieften Zahlen), dann einer ohne Bodenplatte, wohl kurz nach der Patentierung (mit vertieften Zahlen), unten links ein ROVO mit der Anmeldung für den ausländischen Patentschutz "patents applied for" und "foreign" (ebenfalls mit vertieften Zahlen) und rechts unten dann die Änderung auf Walzen ohne Vertiefung (wohl aber noch mit der Hand gepunktet) und dem Hinweis "Patented" auch für den ausländischen Patentschutz:..manchmal sind die getupften Augen auch rausgefallen...(auch ein Zeichen für "alte" Exemplare)......und nicht jeder Stempel der "DRGM"-Version hat seinen angestammten Platz......den "Patented" hier schließlich mit und ohne "vertiefte" Zahlen...

..folgend eine wohl chronologische Reihung der Zweier. Mittlerweile ist bekannt, dass es auch ein D.R.G.M. für den Zweier gab. Leider gibt es bislang keine Nummer dazu. Oben von links die "vertieften Zahlen" (die "2" ist jeweils gespiegelt), unten "Patented" und rechts ein "Schwarzer" als Sonderedition:Das ganze von oben (spiegelverkehrt):Ein paar Detailaufnahmen: Ein 2er Rovo mit "vertieften" Zahlen zeigt den Hinweis auf ein erst angemeldetes Patent, sowie "Made in Germany":...und ist zudem in einem außergewöhnlich guten Zustand.....die beiden ältesten Ausgaben zusammen:...und nochmal der Zweier mit D.R.G.M. und D.R.P. ang.(emeldet):

Zu den Datierungen kann man über das Deutsche Patentamt (DEPATISnet) ermitteln: Die "mechanische Würfelvorrichtung" wurde vom 21.09.1932 ab hier als Patent geführt, in Frankreich publiziert ab dem 07.09.1933 und in England ab dem 25.01.1934 (beidesmal 1933 beantragt).

kleine Ansammlung mit Verpackungsvariationen und Spielchips:

Folgende Markierung findet sich (modellabhängig andere Ziffern) bei einigen "Sondermodellen".. 

 ..und das Firmen-Logo (von dem oben abgebildeten 2er mit den Kunststoffwalzen)

Der Großteil der Produktion hatte allerdings keine derartige Markierung....

 

,,,weitere Variationen:  Der Standard-ROVO hatte die Farbe Rot in der Mitte (ca. 90% der Produktion)

 

Weiteres aus dem Produktkatalog:

Das ROVO DERBY Etwas für Menschen, die gerne auf Pferde wetten. Ein Federantrieb lässt die Pferde auf der Scheibenmitte "rennen".
 

Das ROVO Nimm-Gib

Ein kurzweiliges Spiel mit unbegrenzten Spielvariationen. Die Idee ist ähnlich den sog. Entscheidungswürfeln oder -kreiseln. ...eine Variante...

...und hier zusammen mit einem ROVO-TOTO ......und das ROVO-TOTO mit seiner Umverpackung (dürfte so von 1950 etwa sein).

Die Kugel-Spiele:

Das ROVO-Kegelspiel Die "Bahn" ist aus Bakelit, die Kegel aus Holz, die Spielidee ist m.E. mal wieder genial. Mit dem vorne anliegenden Hebel können die Aufstellhilfen (Stahlzapfen) versenkt werden.  

Das RU-LI  Ein "Taschen-Roulette". Wahrscheinlich eine verbesserte Weiterentwicklung einer bereits vorhandenen Spielidee. Sie entwickelte sich nach Erscheinen 1936 zum absoluten Exportknüller. Sicher gab es einige farbliche Variationen, wie z.B. eine weiße:

 

Das Rovolette 

Wie bereits erwähnt, ein "Ur-Flipper". Es ist wohl auch in die Reihe der sog. Bagatelle-Spiele einzuordnen.

Exkurs:

Bagatelle-Spiele sind so eine Art Flipper-Spiele, die Ihren Ursprung wohl in Frankreich und Großbritannien haben und dort in größerem Format in den kleinen Landkneipen, den Pub's, zu finden waren. Eine mir bekannte Klein-Variante nennt sich Klikatelle (UK):auf den Rückseiten findet man den Hinweis: KLIKATELLE PROV. PATENT 29395/33 MADE IN ENGLAND

Aus Frankreich das KLIC-KLAC in der kleinen (Standard) und der großen "Major" Version: Auf der Rückseite: FABRIQUÈ EN FRANCE   BREVETE .S.G.D.G

Deutsche Adaptionen gibt es einige. Wohl auch schon älter und ebenso aus Bakelit ist das nachfolgend gezeigte Klick-Klack von Tivoli  (Berlin, Mdf.2): ...und eines unbekannten Herstellers mit der D.R.G.M. Nummer 1386801...

 

Ende Exkurs

 

Das folgende Bild fertigte Herr Röber für mich auf der Leipziger Ausstellung

»Tausendfaches Glück« 

Dort zeigte das stadtgeschichtliche Museum Privatsammlungen bis Ende Januar 2011.  27 Sammler aus Leipzig und Umgebung zeigten die Objekte Ihrer Sammelleidenschaft, eben ihr persönliches "tausendfaches Glück". Und da darf das ROVO-Sortiment auf keinen Fall fehlen!

Die Vitrine ist zusammengestellt von dem Sammler Jakob Gloger. Sicherlich hat er die umfangreichste ROVO-Sammlung auf diesem Planeten.

In der  Ausstellung 2014 von Jakob Gloger wurde uns die Geschichte des Würfelspiels nähergebracht:

"Gott würfelt nicht" (Albert Einstein) - der Rest der Menschheit schon!

...auch hier durfte als zentrales Element eine Auswahl der ROVO Palette natürlich nicht fehlen.....Impressionen:...im Detail: RO-BASQUES...POKER-ROVO (1936)...FORTUNA und EINER, RULI, ROVO-TOTO und weitere (weitere Infos dazu weiter unten, s. BRODI)....Sonderausstellung im Naturalienkabinett Waldenburg... das hat sich wirklich gelohnt ;-)Geschwister-Scholl-Platz 1, 08396 Waldenburg

 PS: Weitere Ausstellungen anderenorts sind in Planung...
so z.B.: im Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein vom 26.Nov. 2016 - 26.März 2017

 

Die amerikanische Geschichte des ROVOs:

(Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Frank Röber und dessen Familienchronik)

Der BRODI

Im Jahr 1936 mehrten sich Anfragen über Messekontakte aus den USA. Ein Export gestaltete sich sehr schwierig, da für aus dem Ausland in die USA eingeführte Artikel infolge der Abgaben/Zölle der Verkaufspreis extrem hoch wurde. In Amerika herrschte nach wie vor die Wirtschaftskrise (The Great Depression); mit hohen Einfuhrzöllen stärkte man den eigenen Markt.
Eine eigene Patentanmeldung war nicht (mehr) möglich. Ein Herr Braasch (ein Deutscher der in den Staaten lebte) schlug eine Kooperation vor. Er gründete in den USA die Vertriebsfirma "Rovo-Corporation", die dann als amerikanische Firma Patente anmelden sollte (Mai 1937). Gleichzeitig wurde mit der Firma O.Schoenhut/Philadelphia ein Hersteller etabliert. In einem nun folgenden Lizenzabkommen wurden Provisionen geregelt, an denen dann die Firma Roeber partizipierte. Die Produktion wurde auf Grund des schwebenden Patentverfahrens auch immer mit Pat. pending bezeichnet. Die amerikanische Ausführung nannte sich BRODI. Der Name setzt sich aus

                                                   B (Braasch) RO (Roeber) und DI (Dice -Würfel)

zusammen.

Da der Export in andere Länder wohl komplikationslos(er) war, blieb die amerikanische Version die einzige Produktion im Ausland unter Lizenzbedingungen.

1939 wurde schlußendlich auch das Bemühen des Kooperationspartners vor Ort, ein Patent anzumelden abschlägig beschieden. Die Produktion in Lizenz dürfte nach Mai 1939 eingestellt worden sein.
Alle Geräte aus diesem kurzen Produktionszeitraum tragen den weiter unten abgebildeten Herstellerhinweis.
 

Modelle von O.Schoenhut (lizenziert gefertigt, 1937 -1939)...

...in den vier mir erst bekannten Farben:Es gibt noch eine weitere Ausführung: Ähnlich einem "marmorierten" Rovo, sieht aber eher ein bisschen nach einem ~Versuch~ aus...hier mit originaler Einzelverpackung und Anleitung:Und eine lindgrüne und eine graue Version konnten auch noch dokumentiert werden......hier sehen wir die drei von unten. Der linke "Grüne" und der "Graue" tragen den Herstellerhinweis, der rechte "Grüne" nicht. Dies bedeutet nach meinen Recherchen: Der rechte "Grüne" ist aus einer Produktionslücke nach dem Ende der O.Schoenhut Produktion. Weiter unten sind weitere Geräte dokumentiert, die ebenfalls O.Schoenhut-Walzen haben, aber bereits gemäß der Verpackung von Devalera produziert wurden. 

Auffallend ist, dass von O.Schoenhut (fast*) nur der Bilder ROVO (Bestell-Nr 173) als BRODI produziert wurde. Das hatte wohl auch etwas mit der Marktsituation in den USA zu tun. Das Interesse des Herstellers lag eindeutig in kurzweiligen Spielen und Glücksspielen für den "kleinen Mann", der somit in kleinem Kreis auch um Geld spielen konnte. Die Produktpalette der Firma O.Schoenhut zielte ganz klar nicht auf Kinder als Konsumentengruppe ab.

In der folgenden Abbildung sehen wir zeitgenössische Werbung (1938), die klar den Glücksspielfaktor herausstellt.  Der Milchmann unterrichtet den Polizisten, dass es in dem Haus schon seit 21.30 Uhr letzten Abend hoch hergeht.

Zudem belegt sie den bereits 1939 endenden Produktkatalog dieser Firma O.Schoenhut. Entgegen anders lautenden Web-Inhalten ist die Firma O.Schoenhut nicht identisch mit der Firma Schoenhut (die heute noch existiert und nach wie vor für die Produktion von Kinder-Klavieren und anderen Instrumenten berühmt ist). Sie sind auch nicht ineinander übergegangen, was die beiden Werbeanzeigen rechts (beide aus dem gleichen Katalog von 1938) beweisen. Vielmehr scheint es richtig zu sein, dass die Firma O.Schoenhut von einem Familienmitglied, evtl. einem Sohn des Schoenhut Gründers Albert Schoenhut, der aus dem Württenbergischen stammte, unabhängig gegründet wurde. Es sollen insgesamt fünf Söhne in der Spielwaren-Herstellung im weiteren Sinn tätig gewesen sein. Daher ist es durchaus möglich, dass eine Firma O.Schoenhut z.B. noch 1946 die Produktion von Kinderklavieren beworben hat, aber mit einem anderen Layout des Firmenschriftzuges....alles sehr verwirrend...

(Quellen: "The Market Place", Juni 1938, AGCA Katalog und die Zeitschrift LIFE Jg. 1938) - Weitere Werbung siehe bitte weiter unten.....!

Die Verpackungen:

Das Exklusiv-Modell: Weisser Brodi aus Pollopas* mit 100 Spielchips in Samtpapier-Schachtel

Die Firma Röber hatte eine ähnliche Zusammenstellung unter der Bestellnummer 173E herausgebracht (lt. der Röberschen Familienchronik) 

*Pollopas (wahrscheinlich nach dem Chemiker F. Pollack), war der Handelsname eines duroplastischen  Kunststoffes. Aus Harnstoffharz (fachsprachlich: Harnstoff-Formaldehyd-Harz, Aminoplast) hergestellt, gehört Pollopas zu den bereits ab Ende der 1920er Jahre für Konsumgüter verwendeten Kunststoffen und wird im Weiteren mit zukunftsweisender Formgestaltung in Verbindung gebracht. Heute ist Pollopas der Name einer Spiegelfolie.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pollopas)

Hersteller-Hinweis.

Die Geräte sind im Prinzip identisch mit den ROVOs. Sie sind ein wenig eckiger gestaltet und die Bodenplatte ist wegen der Herstellerangabe 4mm länger, das Gewicht ca. 2-5 Gramm höher (57-60 g). Die Spielechips haben einen Durchmesser von 22 mm (gegenüber den ROVO-Modellen von 15 mm).

Bebilderung 

Die Symbole des Bilder ROVO sind in der Gestaltung sehr ähnlich (war ja, wie gesagt, ein Lizenzprodukt).

Weitere Modelle und Ausführungen: (jeweils 50 Chips) 

Die folgend abgebildeten Etuis gab es auch als Zubehör bei der Firma Röber lt. obigem Prospekt (Bestell-Nr 113)  ...dies in verschieden farblichen Varianten...

 

Die Einzelverpackung:

Die Anleitung:

Eine "Samtpapier"-Schachtel in blau, mit roter Anleitung..nach den mir bekannten Unterlagen ist diese Art Ausführung wohl die erste Fertigung mit der Bezeichnung BRODI. Man sprach in den Quellen von einer "schönen blauen Ausführungen mit goldfarbenem Inneren", also eben so wie diese hier.......und hier noch zwei grünliche "Samtpapier-"Schachteln, ebenfalls mit roter Anleitung......hier fällt auf, dass die rechte Schachtel etwas größer und das Firmenlogo unterschiedlich gestaltet ist......und hier noch zwei große rote Schachteln mit einem roten und einem weißen BRODI...(wieder anderes Firmenlogo, als die Box oben)...

...weiter oben habe ich nun eingefügt, das fast nur der Bilder ROVO produziert wurde, weil es nämlich noch eine Version gibt. Da ich keine Anleitung dazu habe, kann ich nur vermuten, dass sie wohl an das Stud Poker angelehnt ist: Der STUD BRODI:Die Ausgabe trägt auf den Walzen die Ziffern 1 bis 6, dazu gibt es jeweils 7 "Karten-Chips" und die bekannten Spielechips in den 4 Farben. Das Gerät selbst ist eine O.Schoenhut Produktion (wie üblich als solches auf der Unterseite gemarkt)Die Schachtel ist durch die grünen "Karten" entsprechend größer als die oben abgebildeten Spiele. Das Schachtelinnere ist silberfarben. Vielleicht ein Prototyp? Das Datum des Patents ist bekannt: 24 July 1939.

Hier noch ein kleiner Überblick über Teile der weiteren Produktpalette von O.Schoenhut. Anzumerken ist hierbei, dass es im Grunde Kinderspiele sind, die sich aber nach den Spielanleitungen inhaltlich an älteres Publikum wenden...

...Fan-Tel ist ein Weissagungs-Spiel, 4-5-6 Pick Up Sticks im Prinzip das Gleiche wie Mikado. Beide Spiele gab es noch in eckigen Schachteln, als "Exclusiv"-Ausgabe. Tu-Fang ist so eine Art Symbol-Karten-Legespiel...(gab es auch mit einem nicht notwendigen Spielbrett)...

Mit dem Spiel Boddle-Ball konnten sich zwei Personen einen kleinen Ball zuwerfen und auffangen:

Tiddle-Tennis folgt in seiner Ausführung auch bereits einem bereits existierenden Spielidee. Die "Bälle" werden mit den beiliegenden "Schlägern" nach den Regeln des richtigen Tennis auf dem Filzmatten-Feld über das Netz geschnippt. Die Grundidee hierfür kommt natürlich von den bei uns besser bekannten Flohspielen. In Amerika waren diese vornehmlich unter dem Namen Tiddledy Winks bekannt. Dort wurde diese Spielidee 1890 patentiert. Eine sehr frühe Orginal-Ausgabe der Mc Loughlin Bros. New York:und eine sehr alte, deutsche Version mit dem Aufdruck J.W.S.&S. Bavaria in einem stilisierten Speer, später besser bekannt als SPEAR-Spiele

Weitere schöne Darstellungen des O.Schoenhut Spiele-Katalogs findet man unter dem Link:

http://www.oldwoodtoys.com/o__schoenhut.htm

Die Erläuterungen zur Firmengeschichte dort sind meines Erachtens allerdings nur bedingt richtig...

Eine kleine Anzeige gibt noch das Spiel Tiddley Hop preis, bei dem es sich um so eine Art "Himmel und Hölle" für drinnen handeln soll. Außer der o.g. weiteren Erwähnung in dem AGCA Katalog und dem exakten Patent Datum (24 July 1939, bei dem auch der STUD-Brodi und ein weiteres Spiel namens "Screwy Skittles" benannt werden) ist leider nichts weiter bekannt:

(Quelle unbekannt, source unknown, will be removed if I am asked to do so)

Mittlerweile ist es mir gelungen, Werbematerial der Firma O.Schoenhut zu ergattern. Es handelt sich um Informationsmaterial, dass an Händler versandt wurde. Hier sehen wir eine Information, die noch vor dem Erscheinen des BRODI, also vor Mai 1937 rausging:

Die folgenden Informationen gingen dann etwa ab July 1938 an die Händler:Die Firma unterhielt zwei Vertretungen: New York Office, Room 315 - 200 Fith Avenue und San Francisco, Erlach-Lee Co., 718 Mission St.und...Im Detail:Der Zeitpunkt des Erscheines lässt sich ganz gut daran festmachen, dass die gezeigten beiden Ausgaben der Zeitschrift LIFE vom 06.06.1938 und der SATURDAY EVENING POST vom 30.07.1938 stammen. Letztere wohl als preproduction, da das Cover dann etwas anders gestaltet wurde:Die Originale: (Nur zur Information und zur zeitlichen Einordnung gezeigt - shown for information purpose and correct temporal alignment of the above only....source unknown: will be removed if I am asked to under webmaster@mi-me.de)(June 6, 1938) (July 30, 1938)

In der Zeitschrift LIFE konnten vier geschaltete Anzeigen aus dem Produktkatalog ermittelt werden: vom 29.11. und 13.12.1937 und vom 21.11. und 05.12.1938. Alle selbstverständlich dafür, das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln ;-)

 

Was passierte nun nach dem Ende von O.Schoenhut und dem abgelaufenen Lizenzabkommen mit der Firma Röber?

Die Vertriebsfirma ROVO-Corporation war wohl nicht mehr existent, das Patent-Verfahren gescheitert, die Zeiten waren ohnehin weltweit miserabel. Mit anderen Worten: Das ganze "verselbstständigte" sich.

Eine neue Firma brachte just nach dem Ende von O.Schoenhut den BRODI heraus. Einzig die Spielanleitung verrät, dass es sich wohl wieder um ein angemeldetes Patent handelte:


Modelle von devalera Manufacturers (kein Linzenz-Produkt der Firma Röber, Fertigung ab ca.1940):

Größe und Gewicht entsprechen exakt den Brodi Modellen des Herstellers O.Schoenhut. Ein Herstellerhinweis auf den Geräten selbst (wie bei den obigen Geräten) fehlt. Die Bilder auf den Walzen wurden geändert.

Verpackungen in Krokodilleder-Papier-, Schlangenleder-Papier- und Samt-Papier-Optik mit Goldfarbdruck ..(Gab es z.T. interessanter Weise auch bei der Firma Röber in ähnlicher Verpackungs-Ausführung lt obigem Prospekt, Bestell-Nr  103DL) 

Analoges Exklusiv-Modell: Weisser Brodi, als Werkstoff wird (meist) Bakelit angegeben (könnte aber auch weiterhin Pollopas sein),  mit 100 Spielchips in Samtpapier-Schachtel...(Cat.No.250)... und....goldfarbenen Tasten Bebilderung

Weitere Modelle und Ausführungen: (jeweils 50 Chips)...(Cat.No.150)... 

...zwei weitere Exklusiv-Modelle mit mal Deckel zu und mal Deckel auf...
...und noch zwei weitere, die wie bereits oben zu sehen ist, bei unterschiedlicher Farbe der Box auch eine unterschiedliche Größe der Box aufweisen...

Die Einzelverpackung: (Cat.No.100)...
...die bereits weiter oben angesprochenen "Übergangsgeräte" mit den o.Schoenhut-Walzen:
...und der bereits bei den ROVO's oben angesprochenen Möglichkeit, Werbung auf dem Gerät zu platzieren..
...hier mit der "ersten" Verpackung in grün und blau...
...und in rot...
...der Schriftzug BRODI auf der Anleitung und der Schachtel ist noch in der Übergangsphase...
...und noch ein "späterer" devalera mit  schöner Werbung für das "berühmte" Cliff House in San Francisco. Auch in Las Vegas war das Spielgerät als Souvenir aus naheliegenden Gründen wohl beliebt. Hier ist aber noch etwas Besonderes zu erkennen: Schachtel und Geräteunterseite zeigen hier Devalera als Hersteller, jedoch ging die Patentanmeldung an die Franco American Novelity CO über (existiert heute noch!). Dies hatte aber m.E. keine nachweisbare Auswirkung auf den weiter unten benannten Produktionszeitraum...

Die Anleitung zu den "späteren" Spielen: 

..zum Vergleich nochmal links O.Schoenhut und mittig und rechts devalera (mit dem Patent-Hinweis und den geänderten Gewinnplänen) 

Die Chips im Wandel: oben ROVO, mitte O.Schoenhut, unten devalera 

Das Ende von devalera folgte wohl bereits wieder in den End-40ern, oder Anfang 50ern. Ca. 1950 gab es von dieser Firma noch das sog. Brodi "15" Puzzle, dass noch 1950 beworben wurde. (Ein Schiebe-Zahlen-Spiel)Catalog No 300.

Der devalera BRODI wurde scheinbar nicht so ausführlich beworben wie der O.Schoenhut BRODI. Kleinanzeigen wurden z.B. im Billboard Magazin ab 1946 geschaltet. Ab Mitte 1950 gab es dann keine bislang bekannte Werbung mehr:

Quelle: Billboard 16.11.1946 u 11.01.1947

 

Der nahezu gleiche technische Aufbau der ROVOs/Brodis findet sich in den nun auf den Markt drängenden Miniatur Glücksspielmaschinen (Einarmige Banditen). Der Walzenaufbau ist identisch, über einen Federzug werden die Rollen zusammen mit einem verbundenen Hebel angeschlagen.

Das wohl schönste Modell in bekannter Aufmachung kam von der Firma E.S. LOWE CO. INC.

Little Bandit Slot Machine (ca. ab 1950)

 

Der POT-LUCK
von KARSON MFG.CO, New York
Wie gehabt: Produktion im schwebenden Patentverfahren (Pat.Pend.). Die Größe hat sich verändert, ebenso das Material und die (sehr schöne) Bebilderung. Das komplette Gerät ist aus Blech. Die Produktion startete
verrmutlich um 1945. 

Der POT-LUCK
von Kalon Radio Corp., Brooklyn, New York
geänderte Ausführung (Einhebeltechnik) und geändertes Design. Bebilderung jedoch identisch zum KARSON Gerät. Produktion wurde nachweislich (s.u. Bingo Geräte) 1947 übernommen (von KARSON).

 ein Größenvergleich: 

 

Die Bingo Geräte
Für mich nicht interessant. Nur zur Vervollständigung/Information. (Bilder aus diversen Auktionen/ebay).
(Shown for information purpose only. Will be removed, if necessary). 

"Billboard 18.10.1947
New York Oct. 11. -A toy Bell machine, complete with chips, and a mechanical toy bingo machine are now being manufactured by Kalon Radio Corporation, Brooklyn."

Nach Kalon gabe es noch ein gleichartiges, braunes Bingo Gerät eines Herstellers namens Lucky.

 

Ein dem Rovo/Brodi nachempfundenes Bingo Gerät machte mich dann doch noch neugierig:

Mini-Bingo

Hersteller: Binary Arts Corp., publiziert von ThinkFun, 2003 (s.u. Jackpot, gleicher Hersteller). Auch hier wurde im Prinzip der Brodi als Vorbild 1 zu 1 kopiert. Es war, wie auch der weiter unten folgende "Jackpot" nur im Jahr 2003 im Produktkatalog.

Ich gebe hier mal die offizielle Präsentations-Erklärung von ThinkFun (2003) hier wieder:

Mini Bingo - The Small Game That's Big Fun
Inspired by the original Kalon Radio Corp. Automatic Bingo game, this Mini Bingo set includes a miniature bingo caller measuring just over 2 inches, 12 bingo cards, 150 bingo chips, and a check sheet, all packed into one box. Just press the three levers on the bingo caller to get the call letters. Take the fun of bingo with you anywhere you travel, or have family bingo nights with this handsome retro classic! Ages 6 to adult.

(Quelle: http://www.thinkfun.com/content/thinkfun-everybody-plays-fall)

Thinkfun kopierte den Brodi/ROVO, bezog sich aber auf das Kalon-Gerät. Das zeigt deutlich, wie diese Idee sich durch die Jahrzehnte durchgehangelt hat....

Eine kleine Fan-Seite zum MINI BINGO findet man unter dem Link

http://www.tale.supertrainstationh.com/STSH-jackpot.html

 

 

Bemerkenswert ist noch folgende Ausgabe der Firma Pacific Playing Card Co.

Der Poker ROVO wurde hier tatsächlich 1 zu 1 wiedergegeben. Das Material ist als Bakelit mit eigenwilliger Farbgebung angegeben worden, die äußeren Metallteile scheinen aus Kupfer zu sein. Größe und Aufbau sind dem mir bekannten 5er ROVO nahezu gleich. Mir ist die englische Poker-ROVO Spielanleitung bekannt. Der Text zu den "card combinations" ist Wort für Wort übernommen worden... 
Die Firma ist nach meinen Recherchen zuletzt 1950 mit einem eigenwillig gestalteten Cowboy-Kartenspiel (mit einem Plastiksattel als Kartenhalter) aufgefallen. Der Pee-Wee Poker dürfte in den End-1940ern entstanden sein. Pee-Wee ist umgangssprachlich für kleine Menschen; hat hier aber eher die Bedeutung  Spiel ums kleine Geld. 

Ein Vergleich: Pee-Wee Poker und 5er ROVO

Das nachfolgende gezeigte Gerät fand in Jakob Gloger einen würdigen neuen Besitzer: 

Weitere aufgefallene "Würfelmaschinen", die sich des Gehäuses eines ROVOs/Brodis fast identisch kopiert bedienen:

"TAPSI" (Made in Austria). Ein dem 3er ROVO ähnliches Rechen-Spiel, das links und rechts Zahlen zeigt und in der Mitte Rechenzeichen...

"ROLLI" (US), ein 1er Rovo aus einem eher filigranen Material, möglicherweise aus Pappe mit Leder-Optik.

"POOLETTE" (franz.?), ein 3er ROVO mit 1, 2 und X

"DACTI DADO" (ital.), Poker-Rovo Variante

 

In Frankreich dürfte auch etwa in den 1920/30ern folgende, sehr schöne "Würfelmaschine" entstanden sein. Leider habe ich dazu keine weiteren Informationen ausser der Bezeichnung auf der Maschine selbst:
KUIC - BREVETE S.G.D.G 755262 FRANCE ET ETRANGER
(BREVETE = patentiert)
Das Design der gezeigten "3er" Varianten ist meiner Meinung nach auch künstlerisch wertvoll:
das Innenleben:
eine Schachtel und Anleitung:
..hier nun auch eine seltene 2er Version des KUIC:
...es kristallisieren sich scheinbar 2 Produktlinien heraus. Diese hier zeigt sich strukturiert, glänzend...
...ich nenne sie mal Serie A......während dann die Serie B mattiert und quasi edel daher kommt ...
...nur die Gravuren wurden glänzend gearbeitet..
...die mir bislang vorliegenden Schachtel-Varianten..

Hier nochmal alle zusammen. Die zugehörigen Schachteln (immer links vom KUIC) zeigen auch nochmal die Trennung der beiden Serien:

Auf einer Schachtel fand sich zumindest mal ein Hinweis, dass diese Spiele auch in Deutschland zu einem morderaten Preis verkauft wurden:

Aus einer Auktion sehen wie nachstehend eine wohl etwas ältere (?) Variante der Schachtel. Diese beinhaltete
einen KUIC der Serie A:

Das Spielgerät gab es wahrscheinlich in noch mehr als den oben gezeigten Dreier- und weiteren Zweier-Ausführungen. Wieviele es schlußendlich sind, werden wir wohl nicht erfahren, da es absolut gar keine Informationen zu den Geräten und/oder deren Hersteller gibt. Die "Zweier" sind annähernd gleich groß wie die "Dreier" und wurden wohl irrtümlich auch schon mal als "Domino" bezeichnet.
(Die letzten beiden Bilder entstammen einer Auktion und werden entfernt, sofern dies gewünscht wird. Both smaller pictures are from an auction and will be removed, if necessary. Shown for information purpose only!) Kontakt: webmaster@mi-me.de

Nochmals die französische Bezeichnung und die laut Anleitung benannten Spielvariationen, die man mit dem "Gerät" spielen könnte: 

KUIC
Marque Déposée
DÉS AUTOMATIQUES
(BTÉ) Breveté S.G.D.G. France et Etranger No 755262

Avec le KUIC on joue...
Le Zanzi
Le 421
Le Poker de dés
-- et tous autres jeux se jouant avec des DÉS

Wenn jemand Informationen hat, wäre ich für eine Info an webmaster@mi-me.de sehr dankbar.

Aus der Sammlung von Jakob Gloger:

Dank Maxim gibt es ein paar neue Info's bezüglich Varianten und vielleicht einen Hinweis auf den Ursprung:
Soweit entzifferbar sehen wir auf der Rückseite: NOVELTY (Neuheit) und den Ort BIARRITZ (baskisch Miarritze). Dieser ist eine französische Gemeinde im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Aquitanien im Südwesten).

Noch 3 sehr schöne 2er KUICs aus abgelaufenen Auktionen:

(Info Wikipedia, Bilder Maxim, gesammelt im Netz aus verschiedenen Auktionen) Pictures for information purpose only collected from different sources. Will be removed, if I am asked to.

IF ANYBODY HAS ANY FURTHER INFORMATIONS ABOUT KUIC DÉS AUTOMATIQUES BREVETÉ, (LE ZANZI, LE 421, LE POKER DE DÉS) AS SHOWN ABOVE.....PLEASE SHARE INFORMATION WITH ME.   -> -> -> webmaster@mi-me.de

THANKS!

Folgende Seiten im Internet zeigen zumindest auch mal den KUIC, wenn auch ohne weiterführende Informationen:

 

http://maxdice.ru/photoalbums/26257 (Maxim) 

http://www.legrenierdepascal.com/2011/11/jeu-de-des-automatique-kuic.html 

http://www.tortueelectrique.org/8500.html 

http://engranjeu.free.fr/index.php?page=fichejeu&vnumjeu=1766#ancreFiche 

 

 

Eine weitere "Würfelmaschine", die ebenso funktional als auch optisch ihren Reiz hat ist der AUTO-DICE der Firma Demley aus New York. Diese Firma brachte im Prinzip Alltagsgegenstände im zeitgenössischen Design des Art Déco heraus. Dies war in den 1920ern bis 1930ern.
Für Links- und Rechtshänder  ;-)

Ein Grössenvergleich der drei schönen Würfelautomaten des "Art Déco"

Hier noch eine ganz besondere und wahrscheinlich seltene Version. Bilder aus einer Auktion. (Pictures for information purpose only from an auction. Will be removed, if I am asked to, thanks):

Zum Thema Würfel hat Demley noch einen Miniatur-Messing-Shaker als "Cocktail Dice Shaker" mit 2 kleinen Würfeln auf den Markt gebracht. Diese kleinen Würfelbecher (Höhe so ca. 5 cm) gab es von vielen Herstellern in höchst unterschiedlichen Ausführungen (z.B. auch in Flaschen-Form):

Gehört zwar thematisch nicht hierher, ist aber totzdem interessant: Der hier folgend abgebildete Versuch von Demley, den Werkstoff Bakelit auf doch ungewöhnliche Weise einzuarbeiten. Hier sehen wir das Design-Feuerzeug Blue-Star, ein Benzin Feuerzeug, mit einem Körper aus Bakelit. Da Bakelit, im Gegensatz zu Plastik weder brennt noch schmilzt, wurde es in den 1920ern und 1930ern von Firmen wie Demley, York und Knap für Feuerzeuge verwendet. Da aber Bakelit leicht zerbrechen kann, haben nicht viele Feuerzeuge dieser Zeit überlebt.

nun wieder Spieletechnik:

Ein wirklich schönes Würfelspiel, das zeitlich ebenfalls in den obigen Rahmen passt sehen wir hier:
Der JONDICE der Firma WEBER MANUFACTORY. Ebenfalls als "Würfelersatz" für beliebte Spielideen konzipiert, bei denen man einen Würfel benötigt. Es gibt  Ausführungen von ein bis fünf Walzen (ähnlich wie beim ROVO). Ich habe bislang nur die 2er Ausführung. Diese gab es auch in einer schönen Schachtel mit Spielchips (wie gesagt, ähnlich wie beim ROVO)......und wohl auch ohne Spielechips......Impressionen...

Kleiner Exkurs (leider mal wieder): Super verpackt aus USA, geöffnet und zerstört beim/durch ..(guess who?): Eine Walze war mehrfach zerbrochen (vielleicht, weil es im Inneren geklappert hat wie in einem Ü-Ei?). Der Aufbau der Walzen: 2 Blechscheiben, lose auf eine Stange, bergen im Inneren 3 Stahlkugeln als den Schwung haltendes Element. Der äußere Ring mit den Zahlen verbirgt eine Nut, in der die Blechscheiben gehalten werden. Schöne einfache Idee und sehr funktionell. - Mühevoll, aber erfolgreich restauriert.

Aus der Sammlung Jakob Gloger noch ein JONDICE, sowie vier weitere Automaten aus der oben beschriebenen Ausstellung:
der hier ist besonders hübsch: "The Joker Dice Machine", Hurd & Co., New York

 

Unter dem Namen Louis Marx and Company (N.Y.) firmierte seit den 1920ern ein Hersteller, der in erster Linie mechanisches Blechspielzeug herstellte. Zu sehen ist hier das "Play Dice", das baugleiche "Chuck-a-Luck" und das "Roulette". Die Funktioanlität ist bei den Dreien identisch: Durch das Eindrücken des seitlichen Stiftes rotiert ein Teil der sichtbaren Spielfläche.

Mit einer anderen Würfelmechanik präsentiert sich das nachfolgende Gerät: Durch den unten sichtbaren Hebel wird die Bodenplatte zum Schnalzen gebracht, was im Sichtbereich die Würfel neu fallen lässt. Es ist aus Blech, lackiert und misst in der Länge 8 cm.
Es ist wenig bekannt über das Gerät. Angeblich soll es sich um ein Weltpatent aus Österreich handeln. Geräte gleicher oder ähnlicher Bauart findet man jedenfalls in vielen Ländern. Hier soll es sich um ein Orginal aus Österreich handeln, dessen Fertigung in die 1940er datiert ist.

Ähnliche Hand- Roulettes wie oben gab es in ganz klein, klein, mittel und groß (analog aus Deutschland, Japan, wieder Deutschland und den USA):

Die Deutschen Spielgeräte zeigen den gut versteckten Hinweis auf die Nutzung eines sog. Gebrauchsmusters: "D.R.G.M."

Zwei wunderschöne Varianten eines handlichen "Roulette"-Spieles, auch Zeitgenossen des RU-LI, finden sich in dem AUTOGIRO Pocket Game von 1928. Ein Bakelit Körper, der den Federzug zum Drehen der oben gelagerten Messingscheibe verbirgtVariationen: Beide Scheiben zeigen rote und schwarze Felder, die eine mit den Ziffern 00, 0, 1-12, die andere die Ziffern 1-3, und einmal *, und am Rand abwechselnd put und take und einmal all

..und das Roulette der Firma George E. Schweig & Son, das in Deutschland wohl Anfang der 1940er, vielleicht auch schon in den 1930ern gefertigt wurde. Der Bakelit-Teller innerhalb des Körpers wird durch das Eindrücken des seitlichen Hebels sehr schwungvoll ebenfalls über einen Federzug in Bewegung gesetzt. Die Glasscheibe oben verhindert das Rausfliegen der Kugel:

 

Die wohl einzige und sehr attraktive Version einer Mischung aus Pokerspiel und Roulette ist die
POKER SPINNERETTE. Der Hersteller ist mir unbekannt. Sie kommt aus den USA und wurde wohl ca. 1950 vertrieben.
Der senkrechte Stift in der Mitte wird angehoben, in einem der Löcher durchgesteckt. Dann schwungvoll nach rechts drehen. Der versenkbare Stift dreht am Steg nach oben, alle Scheiben rotieren. Dann wird der Stift einfach in dem festen Loch fallengelassen und die Scheiben arretieren nach und nach und zeigen den bis zu 10 Spielern dann das erreichte Pokerblatt....kurzweilig und genial

...ein wenig später, vermutlich so in den ausgehenden 1960ern wurde das es leicht modifiziert (sicher auch zu Lasten der Qulität) nochmals aufgelegt als  HOYLE SPIN POKER:

 

Anders, aber nicht minder attraktiv ist das nachfolgende TIPP-Roulette
Es wurde in Amerika vertrieben als "The Psycho-Technical Roulette" und ist eine extrem unterhaltsame Variante des sog. Deutschen Roulettes. Ein Kreisel schießt die Kugeln durch seine Rotation in die Löcher. Hier kann man nun die Kugeln durch die Feder-Tasten wieder auf die Spielfläche bringen. Entweder addiert man während des Kreiselns bis zu der höchst zu erreichenden Summe auf, eine Rechenmaschine basierend auf dem Zufallsprinzip der rotierenden Kugel (siehe auch weiter unten), oder man versucht durch geschicktes Taktieren die numerisch höchsten Löcher zu besetzen.

Es ist ebenfalls aus Bakelit und es wurde in Deutschland produziert (Gemarkt auf der Rückseite: TIPP-Roulett - DAS PSYCHOTECHNISCHE ROULETT - MADE IN WESTERN GERMANY - DBPa und DBGM - HH). Herstellung wohl irgendwo zwischen 1948 und 1970.

..und noch das wohl ebenfalls aus Bakelit in den 1940ern - sehr stylisch anmutend - gefertigte Topspin der  B.F. Oshei Company, das ebenfalls nach dem Prinzip des sog. Deutschen Roulettes funktioniert und mit Glasmurmeln geliefert wurde

 

 

Im Bereich der Bagatelle-Spiele ist der Markt, vorsichtig ausgedrückt, unüberschaubar. Diese Spielidee, wie bereits weiter oben erwähnt, der Ur-Flipper, hat sich im Laufe des 20ten Jahrhunderts von Jahrzehnt zu Jahrzehnt potenziert.  Ein für mich sehr schönes Gerät, dass ich aus zwei Gründen ausgewählt habe, möchte ich hier zeigen: 

Das Miniature Bagatelle der Firma T.COHN, Inc., Brooklyn, N.Y. ist erstens wirklich ein vergleichbar sehr kleines, handliches Gerät, dass ausserdem aus "wertigem" Material besteht: Holz, Glas und Metall.  Außerdem finde ich persönlich, sieht es klasse aus. Eine Altersangabe ist schwierig.
Der AGCA Katalog gibt an:

T. Cohn, Inc. Brooklyn NY, ~1920 Pokerette Miniature Bagatelle
Das "Standard"-Gerät:
und mit Schachtel (No. 200)


 

Bereits ab 1970/1971 wurde es offensichtlich zu langweilig, sich nur dieser mechanischen Spielideen weiter zu erfreuen. Schließlich "computerisierte" sich die Welt zunehmend und das machte auch vor den "einfachen" Spielideen, wie Würfeln oder Pokern nicht halt. Vorreiter war hier Japan. Namentlich die Firma WACO, die uns z.B. mit den zwei nachfolgenden Geräten 1971 "beglückte": COMPUT-A-DICE und mini DRAW POKER


alles batteriebetrieben und mit Platine......

 ... gab es aber 1976 auch noch mechanisch (von TOMY Pocket Game):

 

Im Jahr 2003 hat sich die für Denk- und Knobelspiele bekannte Firma ThinkFun aufgemacht, dann doch eine neue Edition des ursprünglichen Bilder-ROVOs herauszugeben, die Sie nun zweckgebunden Jackpot nannte.

Diesen gab es nur im Jahr 2003, danach verschwand es sang- und klanglos aus dem Produktkatalog (wie das obige Mini-Bingo) und ist heute bestenfalls noch als Restbestand erhältlich. Es gab keinerlei Patenthinweis, jedoch ein copyright auf dem Beiblatt für die ThinkFun Inc. (Hergestellt wurde es von einer Binary Arts Corp.)

Dieses Beiblatt berichtet auch von der Geschichte, die angibt, dass der Jackpot 1937 erstmals vorgestellt wurde, um dem kleinen Mann das Spielen ums mangelnde Geld auf einem besonders kreativen Weg zu ermöglichen.....so schließt sich der Kreis.....  

auch hier zur Vervollständigung  die orginale Vorstellung von ThinkFun (2003):

Jackpot - The Classic Game of Chance
This classic game of chance was introduced in 1937. ThinkFun has recreated the original in a handy version small enough to carry anywhere. The game includes the plastic Jackpot device, 100 plastic chips and enough fun to last for hours at a time all enclosed in an elegant gift box. Fun for families, friends and trips! Ages 8 to adult.
(Quelle: http://www.thinkfun.com/content/thinkfun-everybody-plays-fall)

 

 Footnote:

To the English speaking world: The above shown pictures are only for collectors interest and part of the history of a little dice machine known as ROVO (dev./Pat. 1931) and the ongoing history of the idea behind it, as well. In addition there are some more or less related, but beautiful games on display. You'll find no commercial interest here! If you have any ideas, questions or wishes, please contact me under webmaster@mi-me.de

 

Ein Hinweis:
In den letzten Wochen und Monaten zeigte sich, dass sich gerade die Produkte der Firma Röber (und auch die Brodis) einer großen Beliebtheit bei Sammlern erfreuen. Scheinbar werden die Sammler auch immer zahlreicher. Dies schlägt sich besonders in den zu erzielenden Preisen nieder. Ich kann und will vorallem keine Wertangaben machen. Beim Erwerb solcher Geräte sollte jedoch Folgendes berücksichtigt werden:


Die Produktionszeiträume waren z.T. sehr begrenzt (O.Schoenhut Brodi wohl etwa 2 Jahre, devalera Brodi vermutlich etwa 10 Jahre - nach letzten Erkenntnissen). Somit ist auch die Anzahl der noch vorhandenen, guten Geräte begrenzt, aber, wie sich bei den devalera Brodis zeigt auch noch ausreichend. Es macht m.E. daher keinen Sinn, Fantasiepreise für einfache Geräte zu bieten/zu zahlen. Gut erhaltene und komplette Boxen sind vielleicht etwas teurer. Jedoch fast unnötig zu sagen, dass der Materialwert heute praktisch Null ist.


Der Versand aus Amerika ist oftmals problematisch. Vorallem von der Ostküste. Ich vermisse momentan 1 Gerät. Ein weiteres stand hier eine zeitlang als vermisst. Aber: Nach 4 Monaten kam es hier an! Zwischenzeitlich irrte es offensichtlich auf dem Postweg umher....

  
Allen "paypal"-Gläubigen sollte zum Thema "Käuferschutz" klar sein: Die Verkäufer bekommen eine USPS Versandnummer. Das reicht zum sog. Nachweis für den Versand und somit zum Entfallen des Käuferschutzes. Ein sog. versicherter Versand wird auf Grund der extrem hohen Kosten kaum angeboten. Man kann bereits bei einigen Anbietern lesen, dass die Käufer unter Umständen mit einem Verlust rechnen müssten....

Weder Verkäufer, bzw. amerikanische Post, noch deutsche Post oder Zoll sind im Fall des Falles bei der Suche eine Hilfe. Denn nach meiner Erfahrung schiebt jeder die Schuld auf den anderen.

Letztendlich sollte man beim Bieten nicht vergessen, dass es einen Einfuhrzoll gibt (19% vom gesamten Wert, also Preis + Versandkosten). So wird ein bezahlter Preis gleich noch ein gutes Stück höher.

Exkurs:

Das oben gezeigte devalera Einzelverpackungs-Spiel war so gut verpackt, dass es auch als rohes Ei über den Atlantik unbeschädigt gekommen wäre, bis...ja bis es beim Zoll/Post geöffnet wurde. Deren Klebebandarole zierte dann auch die alte, filigrane Pappschachtel (rundum!). Das Lösen dieses Klebebandes dauerte Stunden und ging wegen der Beschaffenheit der Schachtel nur mit einer Rasierklinge....Ich spare mir hier weitere Kommentare:

Exkurs Ende

 

Was die Rovos anbelangt: Sondergeräte und -anfertigungen sind selten. Poker-Rovo und Bilder-Rovo sind derzeit schwer zu bekommen. Vergleichspreise so gut wie nicht vorhanden. Sachdienliche Hinweise werden gerne angenommen.

"Phantombilder": "französischer Poker-ROVO"

Geräte wir Rovo-Lotto, Kegel-Rovo oder Rovolette sind genausowenig einzuschätzen. Aber auch hier gilt: Nichts ist so selten, als dass es nicht nochmal auftauchen würde. Man sollte sich grundsätzlich eine Obergrenze setzen, damit man sich noch als Sammler und nicht nur als Käufer bezeichnen kann.
Im Schallplatten-Bereich ist es eine leidvolle Erfahrung der letzten 10 Jahre, dass Platten, die "vernünftig" für 100€ gehandelt werden, plötzlich das 3- bis 5-fache kosten (und dies nicht nur im I-net, sondern auch bei den "realen" Händlern, denen mit solchen Fantasiepreisen auch der Kopf und der Verstand verdreht wird. Daher der auf Seite 1 (Home) gestartete Versuch, "günstige" Alternativen zu zeigen.)

Eine der Sammlerbegeisterung geschuldete erfreuliche Entwicklung:     :-)

weitere Sammlerseiten zum Thema, nennen wir es mal das virtuelle ROVO-SEUM:

http://www.myrovo.de

http://www.rovo-museum.org/de/

http://www.e-s-g.eu/Sammlungen/Verlage/ROVO.htm

http://wuerfel.sammlung-online.de/wuerfelarten/wuerfelautomaten/rovo.html

http://maxdice.ru/photoalbums/26257

und vielleicht kommt noch der "Dice Collector" (http://sachse-design.de/dice/index.html)

"Die Legende lebt" ist übrigens nicht nur das Lied meines Lieblingsvereines sondern darf auch als Motto für den ROVO verstanden werden. Kein kommerzieller Hinweis meinerseits, aber einen Blick darf/muss/soll man riskieren: 

http://rovogames.de/

 

and THE ROVO WILL RETURN:

 

https://www.kickstarter.com/projects/1635001346/the-rovo-dice-machine

....take a look and find out.....


 

 

Kommen wir jetzt wieder ~Richtung der 1970er~.

Auch damals war es interessant, wenn sich die Spielsachen irgendwie bewegt haben. Für mich die besten und beliebtesten Autos waren eindeutig die DARDA Autos. Es gibt einige Quellen im Netz, die auch viel Bildmaterial liefern. Die Modellvielfalt geht weit in die Tausende. Mein erstes Fahrzeug (natürlich mittlerweile in desolatem Zustand) war der Beach Buggy (Serie 10).

In Wikipedia können wir nachlesen:

DARDA ist der Markenname für Fahrzeuge mit so genanntem Uhrwerkmotor. Im Gegensatz zum herkömmlichen Rückziehmotor lässt sich dieser wie eine Armbanduhr in beide Richtungen aufziehen. Der Motor wurde 1970 von Helmut Darda entwickelt. Von 1971 bis 1992 wurde das Spielzeug in Deutschland produziert. Danach wurde die Produktion nach China verlegt.

Eine kleine Auswahl habe ich mir jedenfalls bewahrt: 

Der Motor (...genial....)

2 im Dunkeln "leuchtende Beispiele" 

 

 

Und nochmal über die Seite der E-S-G stößt man auf eine Spielidee, die eigentlich eine (typische) Erfindung der Firma Mieg hätte sein müssen. War es aber nicht, da bereits die oben benannte Firma SCHOENHUT (nicht O.Schoenhut) so um 1922 die Idee hatte, einen kleinen Golfspieler mittels eines längeren Handstockes als Golfer fernzubedienen. Nehmt Euch die Zeit und guckt unter

 

http://schoenhutgolf.blogspot.de/

Den berühmten Schoenhut Golfer an....

Aber auch für die "an der Figur selbst" bedienbaren Golfer gilt: Man nehme eine Sportart, statte eine Spielfigur mit einer mechanischen Idee aus und wenn es dann auch noch so hervorragend funktioniert, dann macht es halt auch mächtig Spass:

Carpet Golf

("Teppich Golf", Turner Research Ltd. 1970)    

Es ist ja ein anglophiler Sport, aber ein deutschsprachiges Team (nach eigenem Bekunden Tipp-Kick Fans) hat sich der Spielidee nochmals 2005 genähert und heraus kam diese geniale Spielfigur:

Der PIT von pit green

Der Stab mit der Kugel kann von links oder rechts eingeführt werden (somit auch für Links- und Rechtshänder gleichermassen geeignet) und bedient einen Zahnradmechanismus, der die Arme zum Schwung und schließlich Schlag ausholen lässt. Die Hände sind ein Schraubgewinde, dass die vier verschiedenen, für die realen Spielsituationen nachempfundenen Schlägertypen aufnimmt. Und jede Ausführung funktioniert wie in echt......

...alles was man hierzu noch wissen und haben muss findet sich unter

http://www.pitgreen.com/
(kein kommerzieller Hinweis, nur zur Information)

 

Noch eine kleine ~Zeitreise~:

Bevor in den Kinderzimmern diese Teile mit Platine 1978/79 Einzug hielten 

und schließlich dieses Gerät ab 1989 zum Zeit- und Sehnenkiller wurde

gab es bereits einen mobilen, mechanischen Lern- und Spielcomputer:

Lexi-Data

Habe ich seit 1974. Gibt es meines Wissens auch erst seit 1973.

In den französisch sprachigen Ländern ist das Gerät heute noch (!) als eine Art Lernspiel erhältlich. Die abgebildete deutsche Ausgabe war als Unterhaltungsspiel für groß und klein gedacht. Meines Wissens war nach den jeweils sechs junior und senior Folgen Schluß.

Es gibt vom französischen Hersteller eine "Disque correcteur", so eine Art Lösungsschablone (s. Abbildung). Die funktioniert bei der deutschen Ausgabe 1 zu 1. Also kreativ werden, und sich selbst Fragebögen ausdenken?

Eine hervorragende Sammlerseite findet sich unter

http://www.grebnesor.de/lexidata#bilder 

Die weitere Ausgabe des Spieles, die in dieser Art im deutsch- und französisch sprachigen Raum zur gleichen Zeit erhältlich war:

Eine Anleitung im Inneren des Deckels:

Übrigens, Computer. Der Mensch hat im Laufe der letzten Jahrhunderte ständig Gerätschaften entwickelt, die es vielleicht ermöglichen, die Welt "zu begreifen". Alles musste messbar und berechenbar werden. Mit der Zeit wurde die Zeit für jeden auf allen Arten von Uhren ablesbar. Außerdem machte man mit seiner Zeit mehr oder weniger Sinnvolles, was Zählbares bringen sollte. Der Taschenrechner musste also her.

Zum Thema Uhren reicht ein Leben leider nicht. Aber Rechenmaschinen, da gibt es, überschaubar, sehr informative und lesenswerte Seiten im Netz, die sich mit diesen mechanischen Ur-Computern beschäftigen. Die m.E. beste Seite (mit einem Einstieg über ein für mich wirklich "sehenswertes" Gerät):

http://www.boelters.de/Rechenmaschinen/_Lightning/Lightning.html

 

The Lightning Adding Machine Co. Inc., LA, California, USA   

oben die zweite (grüne) und die vierte Version, unten die erste (vorne) und dritte....
..und zwei ältere Ausführungen noch aus Michigan noch unter The Lightning Calculator CO.
Eine davon im edlen Holzaufsteller so um 1925..

..hier eine Sonder-/Jubiläumsausgabe so gegen Ende der 1930er:
..und die "Erstausgaben", noch als THE CALCULATOR CO. GRAND RAPIDS. MICH. (PATD., ab 1907). Der Holzaufsteller unterscheidet sich von den bislang im I-net dokumentierten Ausgaben durch die einzeln oben befestigten Messing-Zahlen und den seitlichen Halteschrauben:
Die Geräte aus Michigan nochmal mit Anleitung:

Die lizensierte Ausführung von PANGBORN...
...und Vergleichsbilder zum CALCULATOR...

 

  weitere Infos (und noch mehr Links) unter dem o.g. Link

 

Kriegt man jetzt nochmal die Kurve von der Rechenmaschine zum Spielzeug? ....Nein? Oh doch.....Sicher ist die Rechenmaschine, wie die oben gezeigte Adding Machine, bzw. der Calculator kein "Spielzeug" sondern eine technische Finesse, aber das nachfolgende Spielgerät ist eben Unterhaltungs-Spiel und Rechenmaschine zugleich:
Es nennt sich GERMA, trägt eine Reichspatentnummer 595283 und wirbt damit, mittels Flipper-Technik jede Grundrechenart zu fördern. Das Zufallsprinzip entscheidet, die Kugeln werden entweder in den eingelassenen Löchern versenkt und/oder gelangen an die beweglichen Sterne....dürfte auch schon sehr alt sein...


GERMA D.R.P. 595283
    "Klein und Groß rechnen famos"

 

 

So, nun viel Spass beim Suchen und Spielen.....

Kontakt: webmaster@mi-me.de

Ich verkaufe keines der gezeigten Dinge, Nachfrage daher zwecklos.

 

Noch ein kleiner Hinweis:

Wer, wie ich mechanische Spielereien mag, sollte sich die folgende Seite ansehen:

http://www.cabaret.co.uk/
(kein kommerzieller Hinweis, nur zur Information)

Es gab mal in Covent Garden in London eine Dauerausstellung dieser Leute, die ich glücklicherweise noch gesehen habe:

Man konnte einfachste Automaten auch als Bastelkarten erwerben und diese dann daheim nachbauen:  

Paul Spooner, einer der Automatenbauer, hat auch hierzulande zwei (wohl vergriffene) Bücher auf den Markt gebracht: 

Es gibt auch einen youtube Kanal von cabaret.co.uk. Einfach mal gucken: 

(Source: //youtube.com/user/CabaretMechTheatre//youtube.co/user/CabaretMechTheatre?feature=chclk#g/a
Shown for information purpose only. Will be removed if necessary. Contact below).


  

Folgender Apparat war seinerzeit Teil der Ausstellung in Covent Garden und hat mich besonders beeindruckt.

The Last Judgement by Paul Spooner 

 

 (anderer Kanal, von kevinwayte eingestellt. Zu dem Video gilt folgender Hinweis des youtube Nutzers:

"As featured in the 1985 video by Rush. The one-of-a-kind hand-carved mechanical sculpture (called an automata) built in 1980"

Source: //youtube.com/user/kevinwayte//youtube.com/watch?feature=player_profilepage&v=FFrTPqSpAGg
Shown for information purpose only. Will be removed if necessary. Contact below).
 

 

 

..........vorläufig.

Kontakt: webmaster@mi-me.de