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  "...and now for something completly different..." (John Cleese)

Ja, Monty Python gefällt mir auch sehr gut und die LPs kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, aber jetzt geht es um tolles Spielzeug, das mich einfach nur begeistert. Spielzeug, das durch ein mechanisches, spielbestimmendes Element immer neue Spielsituationen generiert. Manchmal sogar mit der Möglichkeit, losgelöst von einem starren Spielfeld zu agieren.....

Drehen wir die Zeit zurück, 

 

als man seine Lieblingsscheiben (natürlich aus Schellack) noch auf solchen Geräten hörte:

 

(RCA Victor Talking Machine Co. VV 50 von 1922. Wer mehr wissen will:

The Victor-Victrola Page http://www.victor-victrola.com/50.htm).

 

Wir schreiben das Jahr 1921. Ein Möbelfabrikant aus Stuttgart meldete eine Spielidee als Patent an. Ein Exportkaufmann aus Schwenningen erwarb das Patent und perfektionierte die Idee, so dass sie 1926 vor den Toren der Leipziger Spielwarenmesse seinen Siegeszug antrat.

Jeder kennt's: Tipp-Kick von der Firma Mieg. Für mich die Firma, die es verstand und versteht, mit kleinen mechanischen Ideen große Spielfreude zu erzeugen.

Auf deren eigener Homepage (http://www.tipp-kick.de) und noch ein paar anderen Seiten im Netz, besonders der Seite der E-S-G (http://www.e-s-g.eu) finden sich auch hervorragende Sammlerinfos.

Ich versuche mal von meiner Seite eine Theorie aufzustellen, welche Reihenfolge die Ausgaben haben könnten:

Alle Ausgaben haben Korkbälle und Drahttore, sowie knieende Torhüter.

 

Die Erstausgabe:

weisser Ball, "fetter" Patent - Aufdruck auf der Schachtel, eckiges Stabholz am Spielfeld, die Feldpieler haben ein "schmales" Gesicht und wiegen rund 62 gr, die Torhüter rund 60 gr. (somit beide aus Blei

...möglicherweise ein "Zwischenschritt" zur unten beschriebenen zweiten Ausgabe:

Sie hat Merkmale der ersten und zweiten Ausgabe: eckiges Stabholz am Spielfeld, Gewicht der Feldspieler  (62 gr) und der Torhüter (hier allerdings "nur" 58 gr), sowie die Gesichter sprechen für eine Ähnlichkeit zur ersten Ausgabe, Layout der Schachtel für die zweite Ausgabe. Toleranzen innerhalb einer Fertigung kann ich natürlich nicht beurteilen....Hier haben wir mal einen Vertriebs-Nachweis:
Gemäß Wikipedia wurde das Geschäft C.Brenner-Schilling (Spiel-, Galanteriewaren und Sportartikel) bei einem Luftangriff vom 4. Dezember 1944 zerstört. Im Mai 1950 wurde es als Spielwarengeschäft Brenner-Schilling in der Fleiner Straße 31 in Heilbronn wieder eröffnet. Der handschriftliche Hinweis könnte den Preis enthalten.... 

Die Zweite Ausgabe:

Layout Änderung der Schachtel (die bis in die 50er beibehalten wurde) - brauner Ball, Spieler anders angeordnet, "schmaler" Patent - Aufdruck auf der Schachtel, abgerundetes Stabholz am Spielfeldrand (wird auch bei allen folgenden Editionen so gemacht), die Gesichter der Spieler wirken etwas "voller", vielleicht auch  "optimistischer"?, die Spieler rund 64 gr schwer,  Torwart rund 62 gr. Das Beiblatt trägt den Aufdruck "Spiel-Regeln

 

Dritte Ausgabe (noch vor 1938):

äusserlich weitgehenst identisch mit der zweiten Ausgabe, auch die Spieler sehen noch gleich aus, wiegen aber nur noch rund 41 gr, die Torhüter jedoch noch rund 60 gr. Somit dürfte der Wechsel beim Material der Spieler von Blei auf Zink vollzogen worden sein. 

 

Die Vierte Ausgabe (noch vor 1938):

Der Patent - Aufdruck auf der Schachtel ist weg. Spieler und Torhüter sind aus Zink. Bei dieser "besonderen" Ausgabe wiegt der Spieler ca. 38 gr, der Torhüter ca. 39 gr. Es gibt beim Gewicht immer leichte Schwankungen, wahrscheinlich eine Fertigungstoleranz. Das Besondere ist hier jedoch das eher seltene braune Spielfeld, sowie die blau/grüne Spielanleitung, die nach wie vor mit "Spiel-Regeln" betitelt ist.

 

Fünfte Ausgabe (noch vor 1938)

Wieder ein "Zwischenschritt" zur nachfolgenden Sechsten Ausgabe. Die Spielanleitung trägt noch den Aufdruck "Spiel-Regeln", ansonsten sind Gewichte der Figuren gleich wie in der unten beschriebenen Sechsten Ausgabe, das Trikot-Design eher eine Mischung mit der obigen Dritten Ausgabe. Allerdings ist sowohl auf der Schachtel, wie an den Figuren das Rot eher ein Orange...

 

Die Sechste Ausgabe (lt. Sammlerinfos ab 1938):

Das Beiblatt trägt nun den Hinweis "Anleitung und Spielregeln" und die Spieler haben nun ein anderes Aussehen: Die Gesichter sind recht dickbackig, der Kragen geht nicht mehr so weit nach unten. Am Torwart erkennt man nun einen Kragen mit Schnürung. Die Spieler bringen noch 41 gr auf die Waage, die Torhüter hingegen nur noch 36 gr. Alle Figuren sind aus Zink

 

Zum Schluß hier noch die nach den offiziellen Sammlerinfos sog. Historische Rarität, ein Spiel von 1943:

Dieses Spiel fällt auf Grund vieler Merkmale aus dem Rahmen:

- Wurde bereits seit 1938 mit Zink gearbeitet, sind die Figuren hier eindeutig aus Blei.
  Die Feldspieler bringen dabei ganze 70 (!) gr auf die Waage, die Torhüter rund 60 gr.
- Die Spielfiguren sehen wieder eher nach erster oder zweiter Ausgabe aus.
- Das Spielfeld hat wieder eckige Leisten.
- Das Innere der Schachtel hat für die Torhüter nur eine kreisrunde Aussparung
  (keine ovale).
- Das kleinere Bild auf dem Deckel trägt wieder einen ("fetten") Patent-Hinweis.
- Es ist zudem komplett anders gestaltet und zeigt wieder einen weißen Ball.
- Die Schachtel ist auf der Oberfläche nicht glatt, sondern hat eine Rautenmusterung.

Sollte die Ausgabe von 1943 sein, dann wäre das Spiel zu diesem Zeitpunkt wohl etwa 20 Jahre alt gewesen. War es daher eine "Jubiläumsausgabe"? Oder war die Aufmachung/Ausstattung den Kriegszeiten geschuldet? Eine Preisangabe am Boden ist vorhanden: 4,50 (wahrscheinlich dann Reichsmark). 
Es gibt leider auch aus bester Quelle keine 100%-igen Infos mehr. Zumindest ist bekannt, dass man zu diesen Zeiten stark improvisieren musste, um wenigstens ein paar Spiele zu verkaufen. Es kann dann schon sein, dass man z.T. auf einen vorhandenen "Rest"-Bestand zurückgegriffen hat....interessant:  Die Spielfelder  wurden wohl auch im Krieg zur Verdunklung von Fenster eingesetzt (bei Fliegeralarm).
Im Detail:

...und da es so selten sein soll, noch ein Exemplar. Die Daten gleichen der obigen Version:

Wie gesagt, die gezeigte Reihenfolge ist nur eine Theorie, aber die Merkmale sprechen schon für sich.....

...von Thomas, einem Tipp-Kick Sammler mit einer wirklich enormen Sammlung bekam ich freundlicherweise die folgenden Bilder übermittelt:Die Größe der Schachtel und das Design selbst entspricht dem Bild der "Historischen Rarität" von oben...... drin sind 2 Spieler, 2 Torhüter und ein Ball...(Feld passt logischerweise nicht rein)......meine Theorie von oben nehme ich hier nochmal auf: Es könnte sich bei der Ausgabe evtl. um eine Jubiläumsausgabe (von 1943) handeln. Entweder man kauft das ganze Spiel (s.o.), oder man ergänzt seine Mannschaft mit diesem Ergänzungs-Set aus diesem Anlass......das guckt man sich gerne an :o) ...

(Spieler wiegen 65 gr., die Torhüter 58 gr., somit auch wieder alle aus Blei).

Danke Thomas für die super Bilder...vielleicht kommt so ein Teil auch mal zu mir...

 

 

ZUM SAMMELN DIESER FRÜHEN SPIELE:

Die oben gezeigten Spiele stammen aus einem Zeitraum zwischen etwa 1925 und 1943. In dieser Zeit waren Spielsachen an sich etwas Besonderes. Die meisten Familien hatten nicht viele und es wurde wohl mehr oder weniger gut darauf aufgepasst. Ein sinnloser Krieg hat vieles aus der Zeit zerstört. Dann kamen wieder bessere Zeiten, aber auch die Zeit hat an den Spielen "genagt"....
Was heißt das für die SAMMELWÜRDIGKEIT der gezeigten Spiele?
Oftmals haben die Schachteln sehr gelitten. Es fehlen z.T. (wie auch hier) Seitenteile der Deckel. Diese sind ggf ersetzbar, allerdings braucht man den genauen Farbton und muss ein anderes Spiel dafür "opfern". Auch das "Innere", die Aufnahme der Spielfiguren, ist meist angerissen. Das ist m.E. auf Grund der Seltenheit tolerierbar.

Beim Sammeln dieser selteneren Spiele sollte man daher darauf achten, dass
- das "Deckelblatt" soweit als möglich unbeschädigt ist und mindesten 2 Seitenteile vorhanden sind,
- das Spielfeld in einem nahezu unbespielten Zustand ist,
- die Spielfiguren noch eine schöne Farbfassung haben und nichts abgebrochen ist,
- der Aufnahmebereich der Spieler, Bälle und Tore im Inneren vorhanden ist,
- nach Möglichkeit das Spiel an sich komplett ist.
  (mind. 1 Ball, 2 Tore, 2 Feldspieler und 2 Torhüter, 1 Spielfeld, ggf. 1 Anleitung)

 

.... so, und so sehen die Jungs heute aus. Die Zeiten ändern sich nunmal, die Grundidee bleibt: 

...in den End-70ern kam wohl erstmals die Idee auf, die Figuren farblich von der Kundschaft gestalten zu lassen. Damit spart man sich das eigene Anmalen (war ja auch Handarbeit!) und jeder kann mal sein eigenes Trikot gestalten ;-)....Aus "erster" Quelle ist bekannt: Den Koffer gab es leider nur in den Jahren 1979 und 1980, da sich diese Idee wohl nicht durchsetzte. Schade eigentlich....Impressionen:Die Vorlage zeigt wohl die Mannschaften der Saison 78/79 der ersten Bundesliga:..noch ein kleiner Hinweis auf das Spiel CONTER-BALL (sieht man auf der e-s-g Seite)

 

....PS:

Auf der e-s-g Seite kann man u.a. auch eine Vielzahl der sog. Torwandspiele sehen. Wohl so um 1970 herum kam die "Mutter" der Torwandspiele auf den Markt: TIPP-KICK Prominentenschuss.Diese Ausführung ist aus vielerlei Hinsicht interessant: Nach der Entwicklung des auf Knopfdruck "fallenden" Torhüters "Toni" (1954) sehen wir nun (wieder) einen rein manuell zu steuernden Torhüter.Ausserdem gab es wohl zum ersten und einzigen Mal runde Bälle.Schlussendlich bleibt es bis heute die ausstattungsreichste Torwand-Variante:

 

....so eine tolle UND erfolgreiche Spielidee lockt "natürlich" auch Nachahmer an. Das wohl dreisteste Plagiat kam aus der damaligen DDR:

Das FUSSBALLSPIEL (Für Jung und Alt) der VEB METAPLAST Quedlinburg Artikel Nr. 9220 500/1 Schlüssel Nr. 132 39 220. Preis EVP 11,40 MEs ist vermutlich ab den 1960ern produziert worden mit ähnlichen Spielregeln....

...noch ein Auszug aus dem Original-Patent 387569 (ausgegeben am 05.Januar 1924, Reichspatentamt, die Kopie ist online unter DEPATISnet zu finden) zusammen mit einer obigen Spielerfigur. Auffällig ist, dass man zumindest bemüht war, die technische Umsetzung ohne Druckknopf auf dem Kopf zu gestalten, sondern an die ursprüngliche Idee, den Kopf/Hals in den Mechanismus einzubeziehen, gedacht hat:

...die erste DDR Variante war wohl schon von etwa 1954:

Gleicher Name, anderer Hersteller FUSSBALL SPIEL FÜR JUNG UND ALT,  Org. Georg Bauers Spiele          (32) A 355/54 DDR 10 ("Ges. gesch." - steht auf dem Torhüter...!)Die Spielregeln im Deckel Inneren sind wortgleich,....die Figuren sind aus Kunsstoff, die Beine der Kicker aus Metall. Witzig ist die Federspierale auf dem Kopf....diese hält das Schußbein hinterm Körper zum voll "Durchziehen" beim Schuß.

 

Die nachfolgende französische "Variante" favorisiert ein etwas anderes System (Technik, Anzahl der Spieler), woher die Idee dazu kam, ist aber offensichtlich (->Torwart). Wahrscheinlich aus den End-1950ern:

COMPÉTITION

 

Wie bereits oben erwähnt, kann man sich auf der E-S-G Seite die ganzen Torwandspiele, Variationen des Spieles an sich und auch sonstige neue Spielausführungen ansehen. Hier noch eine kleine Auswahl zum Thema. Diese haben mir sehr gut gefallen:

Eine ganz besondere Torwand, die noch einen weiteren praktischen Nutzen hat, nämlich als Ordner:

TIPP-KICK goes music. Und die meistens Songs sind gar nicht mal so schlecht:

In diesem Zusammenhang darf natürlich auch die beste Sonderausgabe für eine der besten Bands aus Deutschland nicht fehlen:

                                        ...alles sehr hübsch gestaltet......bis ins Detail......und streng limitiert.

 

TROIKA Wembley mit einer Torwand aus Metall...(und er war doch nicht drin.... ;-)

 

 

 

Alle Fotos wurden von mir gefertigt und bilden Dinge ab, die mein Eigentum sind. Bei Fragen:

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